Improvisation

als Spiel mit Musik

zur Besinnung auf Ursprünglichkeit

zur Befreiung von fixierten Vorgaben
(vom Denken in und Handeln nach Noten)

zur Sensibilisierung für künstlerische Prozesse

um durch Begrenzungen kreativ zu werden

im Sinne kollektiven Empfindens und Erfindens

zur Ermunterung im schöpferischen Umgang
mit sich selbst und anderen

Zur Situation der frei improvisierten Musik in Köln

Abstract: Ausgehend vom Freejazz der 1960er Jahre und verschiedenen Richtungen der Neuen Musik entwickelte sich in Europa und insbesondere in Köln die Frei Improvisierte Musik als eigenständige Musikrichtung. Es entstanden neue Präsentationsformen, Ensembles, Veranstaltungsorte und Organisationen, die immer schon ein hohes Maß an Idealismus erforderten, aber ohne eine systematische Reihen- und Festivalförderung und die dadurch gewährleistete Finanz- und Planungssicherheit in Zukunft kaum mehr fortzuführen sein werden.   Weiterlesen…

Brain study suggests classical musicians should improvise

by Eliot Barford, Jenny Mitchell, Samuel Tracey  18 November 2013

Researchers have found that listeners engage with classical music more when musicians improvise.

A collaboration of researchers from Imperial College London and the Guildhall School of Music and Drama examined the electrical signals in the brains of musicians and listeners. Although improvisation is not commonly associated with classical music, the new study suggests that introducing elements of improvisation into classical concerts could increase audience engagement. Weiterlesen…

Exponierter Komponist, elektrisierender Lehrer und ein bedeutendes Gesicht der Hochschule: Friedrich Schenker

Zum Tode des Komponisten und Posaunisten, an der HMT Lehrbeauftragter für Komposition (1983-1985) sowie für Improvisation (1996-2012)

von Hendrik Reichardt, Posaunist und Alumnus der HMT (Orchestermusik, Musikpädagogik, Improvisation)

Am 8. Februar 2013 verstarb Friedrich Schenker nach schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren in Berlin. Drei Wochen zuvor, am 16. Januar, fand im Gewandhaus die Uraufführung seiner Komposition „Die Ästhetik des Widerstands II“ nach dem gleichnamigen Roman von Peter Weiss statt. Schenker war selbst anwesend und nahm den üppigen Beifall des Leipziger Publikums auf, mit dem er so lange gerungen hat und auf geradezu wechselwarme Weise kontinuierlich verbunden war. Es war keine billige Versöhnung mit dem todkranken Mann, sondern vor allem aufrichtige Begeisterung und Anerkennung seines Werkes, die da im gut gefüllten Mendelssohnsaal zu spüren waren, als das „Ensemble Avantgarde“ sein Geburtstagskonzert beendet hatte. Weiterlesen

Freie Improvisation im wahrsten Sinne hemmungslos

Wenn Jazz-Musiker frei improvisieren, ist das Zentrum für Selbstkontrolle im Gehirn inaktiv, berichten Charles Limb von der Johns-Hopkins-Universität und Allan Braun von den National Institutes of Health. Dafür regen sich andere Regionen verstärkt, die mit Selbstbild, Selbstdarstellung und Aktivitäten mit individuellem Bezug zusammenhängen, sowie alle sensorischen Areale.

Limb, selbst Jazz-Saxophonist, hatte mit seinen Kollegen ein spezielles Keyboard entwickelt, das den Probanden – sechs Jazz-Interpreten – erlaubte, auch innerhalb der Röhre des funktionellen Magnetresonanztomografen zu spielen und über einen Spiegel ihre Aktionen zu verfolgen. Die Forscher maßen die Hirnaktivität, während die Freiwilligen Tonleitern oder eine zuvor präsentierte Melodie nachspielten beziehungsweise frei improvisierten. Die Ergebnisse zeigten, dass nicht die Komplexität der Aufgabe die Hirnaktivität bestimmte, sondern wie viel Kreativität gefordert war.

Die ermittelten Muster erinnern stark an Aufzeichnungen von Schlafenden, die träumen. Die Veränderungen zeigten sich vor allem im präfrontalen Kortex, der eine zentrale Rolle beim Denken, Problemlösen und Selbstempfinden spielt. Warum allerdings auch die sensorischen Regionen aktiver wurden, obwohl sich hier die Bedingungen in den einzelnen Experimenten nicht unterschieden, können die Forscher nicht beantworten. (af)

Public Library of Science One 3(2): e1679 (2008), Volltext

Freie Musik als gezielte Grenzüberschreitung

Ein Beitrag von Christian Emigholz auf der Website der Musikerinitiative Bremen 

Welche Wirkung improvisierte Musik heute noch haben kann, mag ein kleines Beispiel aus Spanien belegen. Dort hat – laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom Dezember 2009 – im vorigen Jahr ein Konzertbesucher die Guardia Civil gerufen, weil er beim Konzert nicht den erwarteten Jazz, sondern etwas Anderes zu hören bekommen hatte, das er nicht unter Jazz einordnen mochte. Weiterlesen