Bühne

 

12.10.2015

Freie Improvisation

Die Braunschweiger Galerie auf Zeit wagt etwas Neues

Galerien haben es im Allgemeinen mit Kunstwerken der bildenden Kunst zu tun. Die Braunschweiger „Galerie auf Zeit“ hält sich in schöner Regelmäßigkeit nicht an diese funktionelle Engführung, insofern sie sich auch als Ort für literarische Lesungen und musikalische Performances versteht.

10.11.2012

Studenten der Musikhochschule spielen zur Retrospektive von DOK Leipzig

DOK Leipzig präsentiert in seiner diesjährigen Retrospektive fast vergessene Filmschätze des deutsch-russischen Filmstudios Meschrabpom-Film. Unter dem Titel „Utopien und Realitäten – Die rote Traumfabrik“ zeigt DOK Leipzig Werke aus den 1920 und 30er Jahren. Die meisten Filme sind Stummfilme und werden bei der Aufführung live begleitet durch Studenten der LeipzigerHochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“.

„Wir haben darauf geachtet, dass nicht alle Filme gleich klingen, sondern sich bei jedem Film ein anderes musikalisches Erlebnis vollziehen wird“, sagt Tilo Augsten, Dozent für Improvisation an der Leipziger Musikhochschule.

Die Musikstudenten werden zu den Stummfilmen an den verschiedensten Instrumenten live improvisieren – ohne Noten und in ganz unterschiedlichen Klangsprachen. Von klassischen Tönen über folkloristische Percussion bis hin zu Free Jazz ist alles dabei. Die Studierenden treten als Solisten sowie in Ensembles auf, die teils extra gegründet wurden, um die Filmschätze zu vertonen.

Für die jüngsten Kinobesucher läuft am Samstag das Programm„Stummfilme und Mitmach-Musik“. Animationsfilme aus der Retrospektive werden von Musikern live vertont, wobei sie die Kinder kräftig unterstützen dürfen.

 

 

10.05.2007

Stummfilmtage in der Schaubühne am Lindenfels

Orlacs Hände

haende
Zum zweiten Teil des Festivals fanden sich sogar noch mehr Besucher ein. Erstmalig mussten improvisierte Sitzreihen aus Klappstühlen vor der regulären Zuschauertribüne aufgebaut werden, was den Beginn des eigentlichen Films um mehrere Minuten verzögerte. Orlacs Hände aus dem Jahre 1924 ist ein wohl zu recht in Vergessenheit geratener Film. Regisseur Robert Wiene kommt in keiner Phase des Films an sein Meisterwerk Das Kabinett des Dr. Caligari heran. Weder vom Thema noch von der ästhetischen Inszenierung bietet der Film Bemerkenswertes. Der geniale Pianist Orlac verliert bei einem Zugunglück beide Hände, erhält jedoch in letzter Minute ein rettendes Transplantat. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem „Spender“ jedoch um den kürzlich hingerichteten Raubmörder Vasseur. Als Orlac dies erfährt, stürzt er in eine tiefe persönliche Krise; er möchte seine Frau nicht mehr berühren und mit einem Schlag verlernt er das Klavierspiel. Da wird plötzlich eine Leiche gefunden. Mit Vasseurs Fingerabdrücken am Tatort…

Zwischen den beiden Literaturverfilmungen wirkte Orlacs Hände wie eine erfrischende Ruhepause. Vom Anspruch und von der epischen Breite kann er weder der Nibelungensage noch Faust das Wasser reichen. Der Film bleibt eine kurzweilig unterhaltsame aber doch eher simple Schauerballade, die erst in der letzten halben Stunde an Dynamik und Spannung gewinnt. Conrad Veidt, weltberühmt geworden durch seine Darbietung als der Somnambule Cesare im Kabinett des Dr. Caligari, bleibt in der Hauptrolle weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Eine Überarbeitung des Bildmaterials hat vorher nicht stattgefunden und da Orlacs Hände ein sehr düsterer Film ist, der im Gegensatz zu Die Nibelungen fast ausschließlich in Innenräumen spielt, fällt die verschwommene Bildqualität umso stärker auf. Über sämtliche kritische Zweifel erhaben blieben jedoch die Musiker. Was Hui-Chun Lin am Cello und Tilo Augsten am Flügel zusammen erreichten, war an klanglicher Intensität kaum zu überbieten. Das fieberhafte Sirren des Streichinstruments in perfekter Abstimmung mit dem düsteren Klavierstück leistete einen wertvollen Beitrag zu der traumwandlerischen Stimmung auf der Leinwand und tröstete etwas über die mangelhafte Bildqualität hinweg. Nur als sich Orlac zum ersten Mal nach seinem Unfall wieder an die Tasten setzt, blieben beide Instrumente stumm – die Missklänge, die er nun produziert, kann man sich nur vorstellen…

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